Feeds:
Artikel
Kommentare

Baustelle

*******************BAUSTELLE*************************

SORRY! ABER DER MASTER OF ARTS FRISST SIR PETER GERADE  BEI LEBENDIGEM LEIBE AUF!

 

lecter01031

$$$$$$$$$$$$$$

“Osama könnte Vertrauen zurückgewinnen”, las Sir Peter im SZ Interview mit dem ehemaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. Wie bitte? Der soll jetzt auch noch von der Krise profitieren? Oh pardon, es war Herr Obama. Das soll Sir Peter recht sein. Vom Prinzip her hat er ja jetzt gar nichts gegen Herrn McCain (heißen so nicht die Fritten? 1,2,3 mit…?). Bei der Frau Palin, der alaskanischen Variante von Ypsilanti, ist er sich nicht so sicher. So muss Sir Peter lesen, dass Frau Palin die Meinung vertritt, die Erde sei erst 5000 Jahre alt, die Evolution habe nie stattgefunden und der Krieg sei gottgewollt. Doch der größte Schrecken, der von Madame ausgeht, sind die Namen ihrer Kinder: Track, Trig, Bristol, Willow und Piper. Warum nicht gleich Tick, Trick und Track?  Die drei lustigen Burschen leben bei ihrem Onkel in Entenhausen. Sie sind Pfadfinder beim Fähnlein Fieselschweif und haben stets das Schlaue Buch bei sich, welches die Antworten zu fast allen gestellten und ungestellten Fragen enthält. Ob die Sir Peter die Finanzkrise erklären können?

 

Ihr Großonkel könnte es sicherlich, denn der ist der reichste Mann der Welt (geschätztes Vermögen: 50 Oktillionen). Nebenbei gesagt  hat Dagobert Duck alles richtig gemacht, denn er hortet sein Barvermögen in einem Geldspeicher. Und das war schlau von ihm. Denn man möge sich mal vorstellen Herr Duck hätte der Verlockung nicht widerstehen können, sein Geld bei Kaupthing Edge anzulegen (nein, das ist kein Kind von Frau Palin, sondern eine isländische Bank) – die werben übrigens immer noch fröhlich auf ihrer Website mit 6.10 % Zinsen, Zugriff auf Ihr Konto rund um die Uhr und einfache, transparente Bedingungen. Erstaunlicherweise hat Sir Peter dieses finnische Fettnäpfchen mal ausgelassen. Aber ob Alaska oder Island, traue niemand der freiwillig über dem 60° Breitengrad wohnt. Zu allem Überfluss gehen der berühmten Schuldenuhr in New York die Nullen aus. Das Rettungspaket der US- Regierung hat die Verschuldung des Landes auf mehr als 10 Billionen Dollar schnellen lassen. Dafür braucht die Digitaluhr 14 Stellen, aber sie hat nur 13. Jetzt  wurde kurzfristig das Dollarzeichen zu einem Zahlenzeichen umfunktioniert. Aber keine Sorge, die Zukunft sieht wieder rosig aus, denn die Betreiber der Uhr haben versprochen, im kommenden Jahr weitere Stellen hinzuzufügen. Ach ja, falls Sie liebe Leser wissen wollen, wie Sie heißen würden, wenn Sie ein Kind von Frau Palin wären, check this out: Sarah Palin Baby Name Generator

 

Out of Eden

So kann Sir Peter sich irren. Der große Crash scheint noch zu kommen und die letzten paradiesischen Zustände an den Finanzmärkten werden wohl den Bach runter gehen. Aber Paradiese haben eh grad keine Konjunktur. Nehmen wir zum Beispiel den Biergarten Eden in Bayern, der hat grade mehr als einen Sündenfall. 

Die ersten, die den himmlischen Garten verlassen müssen sind die Herrn von der CSU. Pünktlich zum 20.Todestag vom Herrn Strauß stecken alle Beteiligten der CSU die Köpfe in den Sand. Ach, zu Straußens Zeiten da war unser Geld noch was Wert. Apropos Geld, aus Bayern kommen neben dem Herrn Strauß auch die Herrn Lehmann, der Herr Goldmann und der Herr Sachs. In der ehemaligen Synagoge in Rimpar, die die Herrn Lehmann früher besucht haben, gibt es zwar keinen Strauß, aber dafür 30 Hühner. Gacker. Wie in einem Hühnerstall geht es gerade auch beim Bayern München zu. Deren Dauerticket für den besten Tabellenplatz im Paradies der Bundesliga scheint abgelaufen zu sein. Nachdem der Hahn im Tor, Herr Kahn, nicht mehr kräht, läuft der Ball so schlecht wie bei der CSU. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit wann der Herr Hoeneß, der übrigens eine Wurstfabrik besitzt, dass Hackebeil auspacken wird. Jetzt fehlt nur noch eine Apokalypse in der Firma vom Herrn Dassler, aber der lässt ja schlauerweise in Vogelgrippe County Asien herstellen.

 

 

Einzig gute Nachricht dieser Woche: Die Frau Zypries hat sich von Sir Peter Studie „Schlaflos im ICE“ inspirieren lassen und Sofortmassnahmen ergriffen um die Fegefeuer ähnlichen Zustände beim Zugfahren etwas zu verbessern. Geld zurück und zwar 25 Prozent des Fahrpreises ab einer Stunde und 50 Prozent ab zwei Stunden Verspätung, auf Wunsch in bar. Und Bar wäre zurzeit sehr schlau. Also Vorsicht und sich keine zukünftigen DB Aktien andrehen lassen. Wobei die haben den Börsengang nach Rücksprache mit Sir Peter zuerst auf Eis gelegt. Und unser Geld sonst so? Auf Amerika ist ja grad irgendwie kein Verlass. Vielleicht sollten wir’s wie Herr Dassler machen und uns an die Asiaten wenden? Vielleicht bekommen wir ja wieder unser Paradies, denn wenn Adam und Eva chinesen gewesen wären, dann hätten sie die Schlange einfach aufgegessen.

Noch mehr Lehmann.

 

Die große Börsenkrise scheint nun ja abgewendet zu sein. Sir Peters Aktienfond ist von 22.15€ auf 18.34€ runter und da hockt er jetzt hartnäckig. Damit ist Sir Peter eigentlich zufrieden. Ihn wundert eigentlich nur, dass es niemand verdächtig findet, dass großen Banken Lehman Brothers, Fannie Mae und Freddie Mac heißen. Sir Peter meint damit:  Wer oder was ist denn ein Freddie Mac? Der neue Sänger von Queen? Ein Aktions- Burger bei McDonalds oder hat das was mit dem 175$ Blattgold Burger zu tun, den Sir Peter so gerne bei Kevin O’Connell an der Wall Street isst? Und Fannie Mae? Hieß so nicht die Prostituierte im Wilden Westen, die 1815 den Tripper nach Klondike brachte? Die Lehmann Brothers kommen wohl aus Kreuzberg.

Einzige gute Nachricht heute: Obama liegt wieder vorne. Unser Berliner Osama hingegen, Thomas Dörflein, auch bekannt als Pfleger von Knut, auch bekannt als Eisbär, verstarb plötzlich mit 44. Ist einfach ungefallen und war tot. Plumps. Nun wird überlegt ob der gute Mann zum Ehrenbürger der Stadt ernannt werden soll. In der Stadt tummelt sich auch seit geraumer Zeit der Herr Tarantino. Der hat sich gleich erstmal eine der Ladys von der Burleske Show aus dem Burger Laden White Trash geangelt, die arbeitet wohl auch im Alt Berlin. Herr Tarantino dreht hier demnächst mit Herrn Pitt, welcher sich zu eben diesem Zweck Sir Peters Sommerresidenz bei Potsdam gemietet hat.

Ansonsten wartet Sir Peter geduldig darauf, dass das 900mg Johnaniskraut Dragee, das er sich täglich als Berliner Winter Prophylaxe rein wirft und als Prozac Ersatz gedacht ist, denn endlich mal kickt. Nun ist auch noch die Sparkasse Washington Mutual zusammengebrochen. Die Börsenkrise zu verstehen, versucht Sir Peter erst gar nicht.

Herr Lehmann

Sir Peter fühlt mit Jens Lehmann. Auch ihm wurde einst verboten weiterhin mit dem Hubschrauber zur Arbeit zu fliegen. Sicherlich kennen viele Menschen dieses Problem.

Für Sir Peter brach damals eine Welt zusammen. Er erinnert sich noch detailliert an den Tag als der Bürgermeister die lange Auffahrt zu seiner Mansion emporstieg. Sir Peter saß zu diesem Zeitpunkt gerade auf seinem Klo und sah den Bürgermeister durch das Fernglas. Er hatte das Badezimmer extra so anlegen lassen. Das Treffen verlief in einer eisigen Atmosphäre. Es fielen viele hässliche Worte. Hinterher fühlte sich Sir Peter übergangen, vorgeführt, verraten.  

Aber trotz aller Ungereimtheiten akzeptierte er diese Entscheidung und lebte seine Leben bis heute im freiwilligen Exil. Doch die Vergangenheit holte ihn ein. Der Fall Lehmann nun ließ alte Narben wieder aufreißen von denen er dachte, dass sie lange verheilt waren. Neue Hoffnung waberte in Sir Peter auf.

Ihm bleibt nichts als die blanke Hoffnung nach Gerechtigkeit. Die Hoffnung darauf, dass Jens Lehmann einen anderen Weg gehen wird. Die Hoffnung, dass sich Lehmann nicht von einer Minderheit einschüchtern lässt. Die Hoffnung, dass einer nun aus dem Dunkel derer tritt, den der Flug mit dem Hubschrauber zum Arbeitsplatz zum Verhängnis wurde. Wie lange hatte er auf diesen Tag gewartet?

ALEPPO AL

Aleppo Al

 

Wenn Sie das Baron Hotel in Aleppo betreten, dann begeben Sie sich in die Hände von Aleppo Al. Eigentlich heißt der gute Mann Walid, aber da er den gleichen Dodge wie Al Bundy fährt, haben sie ihn irgendwann auf Aleppo Al umgetauft. Aleppo Al ist der Chef Concierge des Baron Hotel in Aleppo, Syrien.

Sir Peter hatte sich damals prächtig den Magen verdorben. Ich glaub in Palmyra, bei Falludscha Frank und Palmyra Jack in der Oase am Tempel des Baal. Die hießen irgendwie auch anders. Na ja, er bekam Fieber und andere unangenehme Nebenerscheinungen und musste dringend in die Zivilisation zurück. Er durchquerte die Syrische Wüste Richtung Euphrat. Sir Peter lag auf dem Rücksitz des Wagens, dessen Klimaanlage deutlich an seine Grenzen geführt wurde. Die Straße ging schnurstracks durch die Hölle. Aus seinem Augenwinkel konnte er immer wieder große Gummistücke von Autoreifen am flimmernden Straßenrand liegen sehen. Bossi und Ed sahen sie auch, aber keiner traute sich über sie zu sprechen. Ihm schwante im etwa, was Thomas Edward Lawrence in den „Sieben Säulen der Weißheit“ meinte. Nur, dass der kein Auto hatte. Dafür durfte er später in einem Rollce Royce Tender in Damaskus einfahren. Damit wären waren sie wohl quitt Thomas.

Am Euphrat in Dair az-Zaur hatte Sir Peter dann einer der schlimmsten Nächte seines Lebens verbracht. Das Fieber hat ihn so geschwächt, dass er nicht mal mehr in der Lage war etwas zu trinken zu besorgen. Bossi und Ed waren den ganzen Tag am Euphrat spazieren. Doch das ungemütlichste kam noch. Es war die Nacht einen Monat vor Ramadan. Der Syrer an sich fackelt in jener Nacht zentnerweise Feuerwerk ab. Hauptsächlich irgendwelche großen Böller die bei uns niemals durch den TÜV gekommen wären. Dann waren da auch noch diverse Königs- Moskitos in seinem verschwitzen Zimmer. Jedes Mal wenn er es schaffte einzuschlafen, ging entweder eine Dynamitstange neben seinem Fenster hoch oder ein Blutsauger flog ihn um die Ohren.

Eigentlich wollte ich Ihnen ja von Aleppo Al erzählen, also Sir Peter hatte sich den Magen so verdorben, dass er kurz vorm dehydrieren stand. Die nächste Große Stadt war Aleppo, auch Halab genannt. Eine Legende verbindet den Namen mit Abraham, der an diesem Ort seine Kuh asch-Schahba gemolken und die Milch an die Armen verteilt haben soll. Heut melkt hier jemand anders Aleppo Al im Baron Hotel.

Agatha Christi hat hier teile des Orient Expresses geschrieben (sie wohnten in ihrer Suite). Atatürk bezog im Baron sein Hauptquartier bis er von Fürst Faisal und Lawrence vertrieben wurde, die dann auch gleich einzogen. Charles Lindbergh nächtigte hier und schoss, gemeinsam mit anderen Gästen von der Terrasse Enten, auf derselben Terrasse auf der de Gaulle reden an seine Truppen hielt. Also auf dem Punkt gebracht, wir sprechen hier von einem Ort an dem sich die „Who is Who“ des 20. Jahrhunderts die Klinke in die Hand gegeben hatte. Mittlerweile erinnert das Hotel eher an ein verwunschenes Märchenschloss, mit Kletterpflanzen überzogen, durch risse gekennzeichnet, mit hundert Jahre alten Wüstensstaub ausgestattet, aber noch in Originaler Einrichtung.  Eben in diesem Hotel sagte Sir Peter Wallid, der einem großen Wahlross ähnelte, dass er seit geraumer Zeit ernsthafte Probleme mit dem Magen habe.

 

 

 

 

 

Daraufhin ging alles ganz schnell. Nun möchte ich dem guten Mann der Sir Peter sehr geholfen hat nichts unterstellen, aber das Dollar Zeichen leuchtet sofort in seinen braunen Kulleraugen auf. Bevor er den Jungs bescheid sagen konnte wo er ist, saß er bereits im erwähnten Dodge auf dem Beifahrersitz. Sir Peter verstand fast keinen Ton was der gute Mann sagte. Sie fuhren kreuz und quer durch Aleppo. Halb herum um den Zitadellen Berg auf dem Abraham seine Kuh gemolken hat, vorbei an den kilometerlangen Suqs, in denen man auf Schritt und tritt übers Ohr gehauen wird und Wallid pries den Herren. Unter anderem deshalb, weil Sir Peter ein so wunderschöner Mann sei, mit soviel Glück gesegnet.

Im Krankenhaus, welches von außen als solches nicht identifizierbar ist, saßen in einem langen Gang jede menge Menschen auf dem Fußboden. Sie sahen wirklich außergewöhnlich schlecht aus. Willkommen im syrischen Wartesaal. Nun schlug Wallids große Stunde. Er führte ihn an all diesen zusammengekauerten wartenden kranken Menschen vorbei. Dies blieb nicht unbemerkt und löste so etwas wie Protest aus. Doch Wallids Siegeszug, angespornt durch die verschwitzten Dollar Noten in seiner Tasche, wurde selbst von dem blutenden Teil der wartenden Gemeinde nicht unterbrochen. Er führte Sir Peter also an ihnen vorbei, hinein in einen kargen Raum (Tisch, Stuhl, Liege, Sichtschutz) an dem der Putz von den Wänden rieselte. Dekoriert war das ganze mit einem Poster, das einen großen gemalten Pils zeigte. In dem Pils gab es lauter kleine Bilder wie sich irgendwelche armen Schweine Pilse einfangen. Aufklärung also. Der junge Doktor war dann aber echt cool. Er hatte in Amerika studiert und machte jede Menge schmutzige Witze. Wallid blockiert während dessen die Tür an der immer wieder schimpfende Leute auftauchten. Einige zeigten auf Sir Peter während sie lamentierten, doch Wallid wusste den Lynchmob zu bändigen. Der Doc schrieb etwas auf einen Zettel und bald crusde der Dodge wieder durch Aleppo. Hin zu einer Apotheke, in der Wallid kurz verschwand, dann weiter in eine belebte Marktgasse. Dort hieß er ihn auszusteigen, führte ihn durch mehrere, angenehm kühle Hinterhöfe zu einer großen Holztür, die rundherum mit schweren Nieten beschlagen war, klopfte, sprach mit dem Mann der öffnete, der winkte ihn herein, ließ Sir Peter seine Hose runterziehen und jagte ihm eine Pferdespritze in den Hintern, von der er drei Wochen später noch einen blau- roten Kreis am Gesäß hatte. Danke schön aber auch.

Im Baron wunderten sich die Freunde dann doch ein wenig über seinen Verbleib. Eigentlich brauchten wir alle erst mal einen Drink. Wallid klärte Sir Peter an der Bar über die Medizindosierung auf. Diverse Pillen fünf mal täglich und einmal am Tag eine weitere Spritze. Er wollte ihn überreden jeden Tag zum Pferdedoktor zu fahren. Sir Peter aber drängte Bossi noch einmal in die Rolle des Zivis zu schlüpfen. Er selbst hatte mit Spritzen nichts am Hut. Wallid musste also seine erste Niederlage des Tages einstecken und wirkte beleidigt. Doch Sir Peter sollte noch lernen, dass sein Arm länger ist in dieser Stadt. Sein Terrorregime hatte eben erst begonnen. Nebenbei wollte Sir Peter wissen ob und wenn, welchen Alkohol er trinken darf. Wallid setzte seine Brille auf und studierte die arabischen Zeichen der Medizinschachtel. Nach langem schweigen verkündete er feierlich: „Beer no!“. Sir Peter fragte ihn nach Whiskey. Wallid schmökerte wieder in den Zeichen, nahm seine Brille ab, blickte uns alle an und gab kund: „Whiskey…yes!“. Super dacht Sir Peter sich und bestellte sich bei dem schüchternen Barjungen einen doppelten. Während dieser einschenkte starrte er ehrfürchtig  auf Eds großflächige Tattoos, die Land auf, Land ab schon Eindruck geschunden haben. Ein Universitätsprofessor in Syrien verdient ca. 150 Euro monatlich. So ein Tattoo kostet also gut gern seinen Jahreslohn. Ed erwähnte mal den Preis als sie in Bosra mit ein paar Jungs zusammenhockten. Die tauschten danach Blicke aus, also ob sie ihm das Ding gleich von der Schulter schnitzen. Aber der Bartender wirkte für so was zu schmächtig. Sie hatten vier, fünf Glenmorangie ohne Eis und es ging Sir Peter wieder blendend. Vielleicht sollte ich hier doch vorwegnehmen, dass die Jungs später alle noch krank waren und auch alle munter seine Pillen fraßen. In Berlin hat Bossi dann herausgefunden, dass es sich um eines der stärksten Antibiotika handelte die es gibt. Whiskey yes, sure thanks men, well done Wallid! Nebenbei hatte Sir Peter auch nicht die nötige Menge genommen, die man bei Antibiotikum Heilbehandlung durchziehen muss.

 

 

 

 

 

Damit war aber nur die erste Hürde genommen. Von nun ab stand seine Mästung auf dem Heilungsplan. “Sir Peter must eat now he will be strong as a horse”. Wallid ließ den Koch eine riesige Portion Kartoffeln für ihn herrichten. Er saß alleine im alten Restaurant des Hotels. Um ihn herum die wunderschönen holzvertäffelten Wände und die kleinen Wandleuchten, die in die Raumecken ein dunkel goldenes Licht warfen. Hinter ihm hing ein Bild vom alten Assad mit seinem prächtigen Schnauz. Er schaute Sir Peter beim Essen über die Schulter. Sein ältester hatte sich ja tot gefahren, woraufhin der andere Junior seinen Job als Augenarzt in London aufgeben musste um Diktator zu werden. Ob Sir Peter ein guter Diktator wäre? Als erstes bräuchte er eine gute Sonnenbrille. Ob Gaddafi, Castro, Kim Jong Il oder Arafat, sie alle bestechen durch ihre Sonnenbrillen. Vielleicht sollte er das mal als ein Konzept an eine Werbeagentur einreichen. Wie dem auch sei, endlich ruhe dachte er sich während er in dem Kartoffelberg herum stocherte. Plötzlich stand Wallid im Türrahmen und sagte: „Sir Peter, Sir Peter strong as a horse“. Dann stellt er sich unangenehm dicht neben ihn, so dass er seinen Schweiß riechen konnte und er mit seinem Riesenbauch fast seinen Kopf berührte. Er stand da, rührte sich nicht und blickte abwechselnd auf die Kartoffeln und auf ihn. Sir Peter aß noch einen Happen, verabschiedete sich höfflich und holte sich an der Bar noch einen Drink fürs Zimmer. Er zog seine Schuhe aus, legte sich aufs Bett und schaltete den Fernseher auf Al-Dschasira. Im benachbarten Irak schlug man sich grad die Köppe ein. Er schaltete um und entdeckte Terminator II, auf englisch mit arabischer Erzählstimme. Ein super Film, vor allem der flüssige Cyborg, den Arnie mit monströsen Waffen bekämpfen muss. Sir Peter prostete dem Gouverneur von Kalifornien zu. Eigentlich sollte er nach Amerika ziehen. Was der George wohl für nen Typ ist? Seine Töchter sind ja eigentlich ganz süß. La la la la in America…Yeah der Whiskey mit den Pillen kommt gut, er wird ihn nie wieder anders trinken. „One Whiskey on the pills, Aleppo Al style please“. – Bossi hat es ja tatsächlich geschafft zweimal aus Amerika ausgewiesen zu werden. Beim zweiten mal sogar endgültig. Ein fettbäuchiger US- Mexikaner der Imigrations, der sich für die Misere seines Volkes dadurch rächt, dass er andere Ausländer bei der Einreise schikaniert, hat den armen Bossi, der keiner Fliege etwas zu leide tun kann als potenziellen Terroristen ausgemacht und ihn nach einer Nacht Flughafenzelle in San Diego in den nächsten Flieger heimwärts gesetzt.

Das Zimmertelefon klingelte. Wallid: „Sir. Peter, Sir Peter everything ok? “Allet super alter, danke, bitte, ja, ja werde jetzt schlafen. Wenigstens hat er ihm nicht den Fernseher ausgestellt.

 

Morgens fühlte er sich tatsächlich besser. Er ging durch das verschachtelte Treppenhaus hinunter in die Lobby, wobei man aufpassen muss nicht mit dem Fuß im alten Teppichläufer hängenzubleiben, die wohl noch von der Eröffnung von 1909 stammen. Die Luft war rein, weit und breit war niemand sehen. Doch zu spät Wallid stand hinter einer Säule and here we go again: “Sir. Peter, Sir Peter strong as a horse, Allah must mean it good with you hah? ”. Dazu spannte er immer seinen Bizeps an und guckte leicht verrückt drein. „When Sir Peter wants to buy carpet, no problem, problem? Sir Peter wusste nicht warum die in Syrien das immer sagen. So wie die Britten ihr “ it is isn’t it” hinten dranhängen, hören die immer mit dem Problem auf. Und was wäre denn jetzt wenn er sagen würde, dass es ein Problem gibt? Und zwar so ein richtiges, denn eigentlich verbringt er nur Zeit mit Menschen die er wirklich, wirklich gerne mag, aber der hier wollte wohl einfach nicht mehr von seiner Seite weichen. So ging das den ganzen Tag. Wenn er sich mit meinem Buch in einen der herrlichen Ledersessel in der Lobby sinken ließ, war garantiert, dass er keine halbe Seite lesen konnte bis er entdeckt wurde. Dann versuchte Wallid wieder ihn davon zu überzeugen, dass er sich doch zum Spritzen fahren sollte oder bei seinem Groß- Großonkel eine Wunderlampe zu kaufen. Aber der eine Djinni reichte Sir Peter. Er begann jetzt vorsichtiger durch das Foyer zu schleichen. Abends gingen sie, ohne Wallid bescheid zu sagen, ins Delta zum Essen. Die machen da angeblich einen hervorragenden Kirsch Lamm Spieß. Allerdings schmeckte das ding vielmehr nach alten Bock. Der eiskalte libanesische Weißwein hingegen war vorzüglich. Die Delta Jungs hatten einen Innenhof in ein Restaurant verwandelt. Sie saßen direkt am Springbrunnen in der Mitte, über ihnen die Sterne, lange grüne Pflanzen hingen von Holzbalken herab, kleine Vögel zwitscherten durch die Nacht und sie fingen an sich einzutrinken als der Kellner mit einem prähistorischen schwarzen Telefon mit extra langen Kabel am Tisch auftauchte. Er fragte nach einem Sir Peter. Erstaunt nahm er den Anruf entgegen. Eigentlich wusste niemand wo sie sind. „Sir Peter, Sir Peter feel better now? Everthing allright“? Wallid? Unterstützt vom Wein und Pillen, bekam er einen leicht hysterischen Lachanfall. Bossi verschluckte sich am zähen Bock und Ed prustete seinen Drink wieder aus. Sie lachten so doll, dass ihnen die Tränen kamen, der Bauch weh tat und ihnen die Luft weg blieb. Wallid wartete immer noch in der Leitung und schien auch fröhlich darüber zu sein, dass sie sich amüsierten. Jeder versuch ihn abzuwimmeln ging in einer neuen Lachattacke unter. Alle starten sie jetzt an, auch die Vögel zwitscherten nicht mehr. Selbst die fröhliche Hochzeitgesellschaft im Nachbarhof schaute peinlich berührte durch den Torbogen herüber. Sir Peter legte einfach auf um schlimmeres zu verhindern.

 

Die Tage im Baron verstrichen mit diversen wallidischen Zwischenfällen. Sir Peter ging es wieder gut und sie planten ihre weiterreise zur Küste, sehr zu Wallids bedauern: „Sir Peter, Sir Peter there is nothing, nothing, what do you want there, don’t go there, nobody goes there“. Ein bisschen wie ein dicker Gollum dieser Wallid. Allerdings, muss Sir Peter leider zugeben, dass der Kerl ausnahmsweise mal Recht hatte. Der syrische Teil des Meers ist so schlimm, dass eigentlich niemand jemals wieder ins Mittelmeer gehen will, der das erlebt hat. Allerdings hatten bisher alle auf der Reise sie mit ähnlichen Argumenten zu überreden versucht nicht weiter zu fahren und nie Recht behalten. Wallid packte ihr Auto und setze sich, zum allgemeinen verblüffen aller, auf den Rücksitz. Sir Peters Protest verlief im syrischen Sand, Wallid hatte sich entschlossen sie aus der Stadt zu dirigieren um ihne damit eines jener Vergnügen zu nehmen weshalb man eigentlich in Fremde Länder fährt. „Here left, there right“, usw. usw., dann hieß er sie an einer Tankstelle halten, die überraschender weis seinem Schwager gehörte, der sich gleich über den Motor hermachte, dass Öl maß, den Reifendruck überprüfte, die Scheiben von syrischen Fliegen aus allen Teilen des Landes befreite und den Wagen voll tankte. Das sollte dann aber auch Wallids letzter Streich gewesen sein. Zwar nörgelte er auf dem Weg zum Stadtrand noch ein bisschen über das Meer, machte ein paar zögerliche Kommentare über die Musik im Auto (Johnny Cash At Madison Square Garden), aber tatsächlich, wieder jeder Logik, stieg er an einer Kreuzung aus. Nun kam der Moment wofür er ungefragt lange und hart gearbeitet hatte. Bakschisch. Sir Peter dachte an das einkommen des Universitätsprofessors und gab ihm guten Gewissens 40 Dollar. Damit hatte er ihn beleidigt. Vorbei war es mit den Lobeshymnen auf seine Person, dafür gab es syrische Flüche. Sir Peter befürchtete, dass er gleich Wallids Damaszener Klinge zwischen die Rippen bekommt, aber ein glück kam Ed schnell ums Auto und gab Wallid ein paar Scheine, woraufhin sich seine Stimmung wieder etwas verbesserte, auch wenn er immer noch grummelig war. Sie stiegen in den Wagen und fuhren winkend davon. Sir Peter blickte zurück und sah ihn da stehen und überlegte kurz ob er ihn vermissen werde. Nein. er war wieder frei.

 

 

 

 

 

Hyänen and More

 

Sport. Sir Peter pumpt sein Fahrrad auf und fährt zum laufen in den Tiergarten. Auf dem weg dorthin muss er zwei Tränen vergießen. Eine wenn er an der Backfabrik vorbei fährt. Die sieht jetzt so aus als ob ein rotes Lego Raumschiff dort über Nacht gelandet wäre. Die Tage als das Cookies und das Casino sich dort die Toiletten teilten sind vorbei. Unter dem Dach finden keine Events der Flora und Fauna Lounge mehr statt, an denen man in der Berliner Nacht mit Bier über das Dach läuft. Die selbst gebastelte Half Pipe für Skater ist weg. Früher stand auf dem Hinterhof, der so dunkel war, dass sich kein verirrter Münchner darauf getraut hat: „Friede, Freude, Eierkuchen“. Heute tummeln sich hier Start Up Agenturen und das zu Zeiten, wo man aus der Bank gejagt wird wenn man mit einer New Economy Idee nach einem Kredit fragt.

Die zweite Träne vergießt er wenn er am Radison Hotel vorbei radelt. Hier meinte man, dass man das wunderschöne Palast Hotel abreisen muss um einen Seelenlosen Kasten hinzustellen in dem man, haltet euch fest, mit einem Fahrstuhl durch ein Aquarium fahren kann. Während der Abriss des Palast der Republik immer höhere Wellen schlägt, die ästhetisch gerechtfertigt werden, scheint auf der anderen Seite des Flusses, dass Gewissen und der Geschmack aufzuhören. Jetzt stehen Krethi und Plethi in einer endlos Schlange, um dann für aberwitzig viel Geld mit der Gesamten Familie einmal mit dem Fahrstuhl zu fahren. Das Ultimative Berlin Erlebnis also. Wie so etwas nach zehn Jahren wohl aussieht? Sehrwahrscheinlich werden aus Kostengründen nach und nach die exotischen Fischen durch den hiesigen guten deutschen Weißfisch ersetzt bis dann irgendwann mal komplett das Wasser abgelassen wird.

Sir Peter fährt schneller. Manchmal schafft er es die grüne Welle bis zum Brandenburger Tor zu surfen. Allerdings ist das schon seit einigen Jahren, dank niemals endend wollender Baustellen, nicht mehr passiert. Heute mal keine Friedendemonstranten vor den Absperrungen der US Botschaft? Bloß nicht mit Touristen zusammenstoßen, die rückwärts laufend verzweifelt versuchen das Brandenburger Tor zu knipsen.

Endspurt, Sir Peter fährt vorbei an den russischen Spielzeugpanzern und dann rechts in die Strasse, die Jahrelang offiziell „Entlastungsstrasse“ hieß. Er schließt sein Rad gegenüber vom Kanzleramt ab. Der Berliner an sich hat ja eine Schwäche für Namensgebung in Bezug auf Gebäude. Das Kanzleramt ist die Waschmaschine. Er dehnt sich etwas und läuft  los. Drei Schritt einatmen, drei Schritt ausatmen. Der Glockenturm an der Schwangeren Auster spielt sein Lied. Da vorne  liegt wieder der Exhibitionist, der sich immer Nackt direkt an dem Spaziergänger weg legt und wenn dann ein paar Damen vorbei gegangen sind zieht er sich schnell an und wechselt seinen Standort. Den Kerl kannte er vom sehen schon ein paar Jahre. Auf der Rassenfläche vor dem Schloss Bellevue ist wie immer die halbe Türkei versammelt. Die Rauchschwaden ihrer Grille bringen ihn aus dem Rhythmus. Drei Schritt durch den Mund einatmen, drei durch die Nase ausatmen.

Unter der Unterführung durch, die so herrlich kühl ist, wo Schwalben nisten und meistens der Saxophone Spieler steht. Am Hindenburg Denkmal macht einer Aktphotos mit einer teutonischen Schönheit. Die Punks am Ring waschen Fensterscheiben der Autofahrer. Weiter Richtung Zoo. Zwei Eichhörnchen jagen sich durch die Äste und ich denke: „oh wie schön“. Ein Obdachloser sitzt schmutzverschmiert auf dem frisch gesäten Rasen und verrichtet seine Notdurft und Sir Peter denkt: „was für ein Scheiß“. Ein kleiner Trampelpfad geht vor ihm in durch die Büsche. Ein neuer Weg? Ausprobieren. Hinter den Büschen stehen vereinzelt Männer. Er kommt an einem öffentlichen WC raus. Die Schwulen Klappe, also wieder zurück, doch kein neuer Weg. Die einzige Steigung am Schleusenkrug, dann links rein am Zoo entlang. Die Hyänen laufen aufgeregt hin und her. Sie stinken. Früh morgens heulen manchmal die Wölfe. Ein kurzer Abstecher zu Rosa Luxemburgs Grab. Eigentlich ist Sir Peter  ja konservativ. Dann über die Brücke, vorbei an der spanischen Botschaft. Rechts Richtung CDU Zentrale. Über die Straße, die Ampel ist rot. Jetzt nicht den Rhythmus verlieren. Drei ein, drei aus. Über die Straße Richtung Philharmonie, vorbei an der FKK Wiese. Dann links. Hier sind die wunderschönen Blumengärten, aber jetzt haben sie hier kleine Gatter wegen den Kaninchen. Sir Peter ist doch kein Hürdenläufer, also außen herum. Über die lange Wiese, zwischen den beiden Bäumen durch. Nur noch der kleine Kreisel, die Stufen herauf, über die Straße des 17. Junis und die ganze Runde noch einmal. Wie jedes mal. Runde für Runde. Monat für Monat. Jahr für Jahr.

 

Schlaflos im ICE

Sir Peter Urgroßvater, den man auch den „Tollen Quast“ nannte, hatte als junger Leutnant einmal einen Zug mit vorgezogener Dienstwaffe beschlagnahmt um von Berlin nach Bremen zu fahren, weil er sonst zu spät zum Dienst gekommen wäre. Was wohl passieren würde wenn Sir Peter einen ICE mit vorgezogener Waffe unter seine Gewalt bringt?

Verdient hätte es die Deutsche Bahn mehrmals täglich. An diesem Punkt möchte Sir Peter sich Weiterlesen »